Anhörung zum Bericht „Zukunft der gymnasialen Maturität“

Der folgende Text wurde von der Homepage des VSG übernommen. Einzelheiten finden Sie hier: https://vsg-sspes.ch/publikationen/vernehmlassungsantworten/

Der Verein Schweizerischer Gymnasiallehrerinnen und Gymnasiallehrer (VSG) dankt der EDK, dem SBFI und der Steuergruppe für den sorgfältigen und ausgewogenen Bericht, der eine gute Grundlage für die künftige Arbeit bildet. Der VSG dankt insbesondere auch dafür, dass die Betroffenen von Beginn an in den Prozess einbezogen wurden. Der VSG ist grundsätzlich mit den Aussagen und der Stossrichtung des Berichts einverstanden und hält die aufgezeigten Handlungsfelder für richtig. Die Erkenntnisse decken sich sehr gut mit den Eckwerten des VSG zu einer allfälligen Revision von MAR (verabschiedet im März 2019) und RLP (verabschiedet im September 2018). In diesen Papieren sind folgende Hauptforderungen des VSG formuliert: 

  • Der Artikel 5 des MAR ist im Kern zu belassen und als Referenzpunkt zu verwenden.
  • Der RLP ist differenziert und im Hinblick auf das allenfalls angepasste MAR zu überarbeiten.
  • Der Fächerkanon, die Wahlmöglichkeiten, die Gewichtung und Verteilung der Fächeranteile und die Bestehensnormen sind koordiniert zu überdenken.
  • Lehrfreiheit und Möglichkeit für Innovationen sind unbedingt zu gewährleisten.
  • Die bewährte Autonomie der Kantone und Schulen ist zu bewahren.
  • Alle Betroffenen sind einzubeziehen.
  • Für den ganzen Prozess sind genügend Zeit und Ressourcen einzuplanen.

Rede von Urs Schwager (JT 2018/19)

Die nachfolgende Rede hielt Urs Schwager anlässlich der TKMS-Jahrestagung 2018/19 am 13. Februar 2019 an der Kantonsschule Romanshorn. Mit freundlicher Erlaubnis veröffentlichen wir sie an dieser Stelle in ihrer Gänze.


Sie haben für die heutige Tagung das Thema „Stellung des Gymnasiums im Kanton Thurgau“ gesetzt. Dazu habe ich im Grusswort in der Einladungsbroschüre schon einiges ausgeführt, insbesondere was die Situation in unserem Kanton anbelangt. Und Anne Varenne hat in ihrem Text Aspekte beleuchtet, die im Bildungsbericht Schweiz aus vor allem bildungsökonomischer Sicht thematisiert wurden. Lassen Sie mich jetzt den Fokus kurz auf die Stellung des Gymnasiums in der Gesellschaft generell richten.

Der Bundesrat hat einen Bericht vorgestellt, in dem die Folgen der demografischen Entwicklung für den Bildungsbereich beschrieben werden. Danach ist die Nachfrage nach Personen mit einer Hochschulbildung enorm hoch. So hoch, dass sie nur zu zwei Dritteln mit inländischen Arbeitskräften gedeckt werden kann (TA vom 31. Januar 2019). Der hohe Akademisierungsgrad beunruhigt Bildungsökonomen nicht, solange die Hochschulen nicht am Arbeitsmarkt vorbei ausbilden. Von Seiten der Wirtschaft und des Gewerbeverbandes wird dagegen gleich gewarnt, ja nicht den universitären Hochschulbereich weiter auszubauen. Hans-Ulrich Bigler, Direktor des Gewerbeverbandes, sorgt sich, dass das heute ausgeglichene Verhältnis der Studierendenzahlen zu einseitig zugunsten der Universitäten kippen könnte. Der Bericht des Bundesrates widerspricht dem zwar, aber Sie sehen: nur am Arbeitsmarkt ausgerichtete Hochschulbildung zählt.

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Einladung zur Jahrestagung am 13.02.2019

Liebe TKMS-Mitglieder

Gerne erinnern wir Sie daran, dass am Mittwoch, 13.02.2019 an der Kantonsschule Romanshorn (Aula) unsere Jahrestagung stattfinden wird. Es warten ein spannendes Podiumsgespräch mit den Rektoren aller Thurgauer Kantonsschulen zur Stellung des Gymnasiums im Thurgau, wichtige Vereinsgeschäfte wie die Wahl von Vorstand und Delegierten und nicht zuletzt ein Apéro auf Sie. Weitere Einzelheiten entnehmen Sie bitte der Einladungsbroschüre unten.

Wir freuen uns auf Ihr zahlreiches Erscheinen!
Der TKMS-Vorstand

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Worst-Case-Szenarien

Auch wenn sie aus Thurgauer Sicht momentan (zum Glück) ein unrealistisches
Worst-Case-Szenario ist, zeigt die Situation unserer Berufskollegen in den USA auf, wie wichtig ein hoher Organisationsgrad in der Lehrerschaft plötzlich werden kann.

Wer mehr erfahren will, dem sei die Quelle des Zitats weiter unten zur Lektüre empfohlen (http://time.com/longform/teaching-in-america/). Der erste Abschnitt dieses TIME-Artikels vom 13.9.2018 ist fast schon niederschmetternd:

Hope Brown can make $60 donating plasma from her blood cells twice in one week, and a little more if she sells some of her clothes at a consignment store. It’s usually just enough to cover an electric bill or a car payment. This financial juggling is now a part of her everyday life—something she never expected almost two decades ago when she earned a master’s degree in secondary education and became a high school history teacher. Brown often works from 5 a.m. to 4 p.m. at her school in Versailles, Ky., then goes to a second job manning the metal detectors and wrangling rowdy guests at Lexington’s Rupp Arena to supplement her $55,000 annual salary. With her husband, she also runs a historical tour company for extra money.

 

Immer weniger Unterrichtszeit am Gymnasium

Das Gymnasium leidet unter dem kontinuierlichen Entzug von Unterrichtszeit

Eine Studie des Vereins Schweizerischer Gymnasiallehrerinnen und Gymnasiallehrer ergibt, dass die Unterrichtszeit an den Schweizer Gymnasien in den letzten 30 Jahren trotz zunehmender Aufgaben teilweise massiv gesunken ist.

Dr. Lucius Hartmann, Vizepräsident des Vereins Schweizerischer Gymnasiallehrerinnen und Gymnasiallehrer, weist in einer Studie nach, dass die Unterrichtszeit seit der Einführung des Maturitätsanerkennungsreglements Ende der 90er Jahre an den Gymnasien je nach Kanton um bis zu 10% gesunken ist. Zudem gibt es markante Unterschiede bei der Unterrichtszeit zwischen den Kantonen. Die Unterrichtsziele, auf die sich die Universitäten abstützen, sind jedoch gleich geblieben.

Der VSG ist überzeugt, dass der Unterricht an den Gymnasien nach wie vor von hoher Qualität ist, dass jedoch die Zeit fehlt für die notwendige Vertiefung des Unterrichtsstoffs und die nachhaltige Aneignung der von Hochschulen und Gesellschaft verlangten Kompetenzen.

Die Politik ist gefordert, den Gymnasiastinnen und Gymnasiasten die notwendige Unterrichtszeit zur Verfügung zu stellen. Für zusätzliche Bildungsziele wie zum Beispiel im Fach Informatik ist zusätzliche Unterrichtszeit erforderlich.

Die Studie finden Sie unter: Lucius Hartmann, Studie Unterrichtszeit am Gymnasium 2000-2017. (Übernommen von http://www.vsg-sspes.ch)